we support 

Start voraussichtlich Sommer des Jahres 2021

Beschreibung
Unsere Projekt setzt da an, wo das Angebot der öffentlichen und verbandlichen Institutionen Lücken aufweist.
Es geht dabei um die Begleitung zu Ämtern, Ärzten und anderen Terminen für psychisch erkrankte oder behinderte Geflüchtete und Migrantinnen und Migranten. Eine psychische Erkrankung und manchmal auch eine Behinderung beeinträchtigen die Fähigkeit der Betroffenen, mit alltäglichen Anforderungen zurecht zu kommen. In vielen Fällen ist daher eine Unterstützung bei Verwaltungsverfahren oder bei Gesprächsterminen mit Ärzten, Behörden und Fachdiensten notwendig. Diese Termine können für die psychisch Erkrankten angstauslösend und überfordernd sein. Dazu kommt für die Geflüchteten und Migranten aus anderen Kulturkreisen die Unkenntnis unserer Verwaltungsverfahren und sozialen Normen, sowie die sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten. Aus diesem Grunde brauchen sie Begleitpersonen, denen sie vertrauen können und die ihnen bei der Artikulation ihrer Anliegen und Interessen helfen.
Diese zeitaufwendige Begleitung zu externen Terminen kann nicht durch das Personal der örtlichen Sozialdienste geleistet werden, die nicht über das notwendige Zeitbudget und den erforderlichen Personalschlüssel für diese mobile Einzelfallhilfe verfügen.
Die Unterstützung bei Außenterminen wird ergänzt durch ein soziales Coaching in Kleingruppen, um die Wiedergewinnung eines positiven Selbstwertgefühls zu fördern und um die Selbsthilfemöglichkeiten der Klientinnen und Klienten zu stärken.

In der Gruppe der geflüchteten Menschen und neu zugewanderten Migrantinnen und Migranten im Stadtgebiet Nürnberg gibt es eine Reihe von Personen, die unter psychischen Erkrankungen leiden oder psychisch auffällig geworden sind. Es handelt sich um Personen, die sich aufgrund von psychischen Erkrankungen in Therapie befinden, oder die aufgrund ihrer psychischen Auffälligkeiten von den Sozialdiensten betreut werden. Wir beziehen in die Zielgruppe nicht nur Personen ein, die eine ärztliche oder psychotherapeutische Therapie in Anspruch nehmen oder in Anspruch genommen haben. Da der Zugang zu einer entsprechenden Therapie für geflüchtete und neu zugewanderte Personen in der Regel schwierig und langwierig ist, ist es wichtig, auch jene Erkrankten einzubeziehen, die keinen Therapieplatz haben. Wir wollen daher auch jene Personen bei unserer Zielgruppe berücksichtigen, die aufgrund ihrer psychischen Auffälligkeiten den Sozialdiensten bekannt sind. Dazu gehören insbesondere Geflüchtete, die in den staatlichen und kommunalen Gemeinschaftsunterkünften leben und dort aufgrund ihrer psychischen Erkrankung oder durch ihr Verhalten auffällig geworden sind.
Zu unserer Zielgruppe gehören außerdem geflüchtete und neu zugewanderte Menschen mit einer Behinderung. Wir kooperieren dabei mit den sozialen Fachdiensten der Stadt Nürnberg und den sozialen Beratungsdiensten der Freien Wohlfahrtspflege.

Die Stadt Nürnberg hat im bundesweiten Vergleich einen relativ hohen Anteil an Ausländer*innen an der Gesamtbevölkerung (518.365 =Stand 2019). Am 31.12.2018 lag dieser Anteil bei 24,11 %. Das heißt, etwa jede*r vierte Bewohner*in der Stadt hat eine ausländische Staatsangehörigkeit. Zu den insgesamt rund 129.000 Ausländer*innen im Stadtgebiet zählten auch die zu diesem Zeitpunkt in Nürnberg untergebrachten Asylsuchenden und ausreisepflichtigen Personen. Zum oben genannten Zeitpunkt lebten 6.113 Geflüchtete im Stadtgebiet. Davon hatten 2.039 Personen einen Status als anerkannte Flüchtlinge.
In Nürnberg gibt es eine Reihe von sozialen Beratungsangeboten, die speziell auf den Beratungsbedarf von zugewanderten Personen ausgerichtet sind. Dazu zählen die Migrationsberatungsstellen für Erwachsene, die Jugendmigrationsdienste und die landesgeförderten Flüchtlings- und Integrationsberatungsstellen der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege. Die Stadt Nürnberg hat eine „Zentrale Anlaufstelle Migration“ geschaffen und koordiniert die verschiedenen sozialen Angebote für Migranten im Bereich der städtischen Dienststellen. Einen sozialpädagogischen Begleitdienst, wie ihn das vorliegende Projekt plant, gibt es in Nürnberg noch nicht. Die Arbeit der Beratungsstellen und der sozialen Dienste der Stadtverwaltung setzt i.d.R, voraus, dass die Klienten diese Dienststellen aufsuchen (Komm-Struktur). Es gibt immer wieder freiwillige Helfer*innen, die Klient*innen begleiten, doch sie verfügen nicht über Kenntnisse der Verwaltungsverfahren und die notwendige Kompetenz, um gerade schwierige Fälle , wie z.B. psychische Erkrankte unter den Zugewanderten zu begleiten. Das Projekt „We support“ könnte diese Lücke füllen.

Ziele

Das Ziel des Projekts ist es, psychisch Erkrankte und Behinderte und nachranging weitere Menschen mit Migrationsbiographie dabei zu unterstützen, ihre Anliegen und Interessen bei wichtigen Gesprächsterminen in Behörden, bei Ärzten und Fachstellen zu artikulieren. Das Projekt "We support" begleitet dazu die Klientinnen und Klienten zu diesen Gesprächsterminen in Absprache mit den betreuenden Beratungsdiensten und Sozialeinrichtungen. Die sozialpädagogische Begleitung soll die KlientInnen emotional stützen und aber auch sicher stellen, dass diese Gesprächstermine zu einem Erfolg führen. Die Begleitung soll den Klientinnen darüber hinaus auch zeigen, wie sie mit ihren Mitteln und Ressourcen ihre Behördengänge erfolgreich meistern können.
Ergänzend verfolgen wir das Ziel, im Rahmen von Gruppenarbeit die Resilienz und das Selbstwertgefühl von psychisch Erkrankten und Behinderten zu stärken.
Wir legen großen Wert darauf, den Entwicklungsprozess der KlientInnen dahingehend zu begleiten, dass die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung für ihr Tun und Handeln im neuen Land gestärkt wird.

Projektfinanzierung

Mit einer Laufzeit von zwei Jahren wird we support circa 210.000€ kosten. Hierfür benötigen wir 20%, also 21.000€ Eigenmittel.  Für die Umsetzung dieses Vorhabens sind wir auf Spenden über Crowdfunding, Förderer und Stifter angewiesen. Helfen Sie uns, unser Ziel mit Ihrem Engagement zu verwirklichen.

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